leitender Arzt
Dr. med. Winfried Weber
Naturheilverfahren Umweltmedizin Frauenheilkunde Selbstzahler- und Privatärztliche Praxis

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Fettreduktion und Fischölzugabe könnten Prostatakarzinom positiv beeinflussen

Wissenschaftler überprüften in einer Studie, ob eine fettreduzierte Ernährung und die Verringerung des Verhältnisses von Omega-6-Fettsäuren zu Omega-3-Fettsäuren das Risiko für Entstehung und Fortschreiten eines Prostatakarzinoms (Prostatakrebs) reduzieren kann.
An der randomisierten prospektiven Phase-II-Studie nahmen 55 Patienten mit Prostatakarzinom teil, die für eine radikale Prostatektomie (vollständige Entfernung der Prostata) vorgesehen waren. Die Männer wurden in 2 Gruppen eingeteilt und erhielten 4 – 6 Wochen vor der Prostatektomie unterschiedliche Diäten.
Gruppe 1 erhielt täglich eine fettreduzierte Diät plus 5 Gramm Fischöl. Verhältnis von Omega-6-Fettsäuren zu Omega-3-Fettsäuren = 2:1
Gruppe 2 erhielt täglich eine übliche US-amerikanische Diät. Verhältnis von Omega-6-Fettsäuren zu Omega-3-Fettsäuren = 15:1.
Der primärere Endpunkt der Studie war die Veränderung des Insulin-like growth factor 1 (IGF-1), einem Wachstumsfaktor für Zellen. Die sekundären Endpunkte waren die Serumwerte an IGFBP-1 (Bindungsprotein für IGF-1) und Prostaglandin E2 (entzündungsförderndes Gewebshormon), das Verhältnis von Omega-6-Fettsäuren zu Omega-3-Fettsäuren, COX-2 (Enzym der Prostaglandinsynthese) sowie Marker für die Proliferation (Vermehrung) und Apoptose (natürlicher Zelltod) der Prostatakarzinomzellen.
Von 55 Teilnehmern beendeten 48 Patienten die Studie.

Ergebnisse
Die Konzentrationen an Insulin-like growth factor 1 (IGF-1) änderten sich nicht.
Im Vergleich zur Gruppe 2 mit hohem Fettkonsum zeigten sich im Rahmen der sekundären Endpunkte positive Veränderungen in der Gruppe 1:
Im malignen (bösartigen) und benignen (gutartigen) Prostatagewebe reduzierte sich das Verhältnis von Omega-6-Fettsäuren zu Omega-3-Fettsäuren und die Proliferation der Tumorzellen nahm ab.
Des Weiteren sank die Proliferationsrate der Tumorzellen auch im Zellversuch (in vitro). Hierzu wurde das Blutserum der Männer aus Gruppe 1 auf Prostatakarzinomzellen aufgetragen.

Zusammenfassung
Eine fettreduzierte Ernährung und die zusätzliche Aufnahme von Fischöl kann bei bestehendem Prostatakarzinom die Proliferation der Tumorzellen reduzieren.
Eine reduzierte Proliferation geht mit einer günstigeren Prognose und einem geringeren Metastasierungsrisiko einher
.

Hinweise zum Versorgungszustand von Omega-3-Fettsäuren
Die Versorgungssituation von Erwachsenen mit langkettigen Omega-3-Fettsäuren (Summe aus EPA und DHA) unterscheidet sich nach Alter und Geschlecht. Frauen weisen je nach Altersklasse mittlere Zufuhrwerte von 105 mg bis 240 mg auf. Männer erreichen mittlere Zufuhrwerte von 110 mg bis 450 mg. Bei beiden Geschlechtern ist die Versorgung in jungen Jahren am schlechtesten und wird mit zunehmendem Alter besser.