leitender Arzt
Dr. med. Winfried Weber
Naturheilverfahren Umweltmedizin Frauenheilkunde Selbstzahler- und Privatärztliche Praxis

Wilhelminenstr.35
64283 Darmstadt

Tel: +49(6151)4289931
Fax: +49(6151)4289932

Endometriose, Kinderwunsch und schmerzhafte Periode

Herr Doktor, ich glaube, ich kenne nun den Grund für meine Kinderlosigkeit und meine Periodenschmerzen. Gestern las ich einen Artikel über Endometriose und da wurden genau meine Beschwerden geschildert. Ist das möglich?

Gut, wird der Arzt sagen, machen wir eine Bauchspiegelung und schauen nach Endometrioseherden. Wenn sich das bewahrheiten sollte, lassen wir die Herde herausoperieren, dann gebe ich Ihnen Hormone (Gestagene), die Ihre Periode ausschalten. Ohne Periode haben Sie keine Periodenschmerzen, die Endometrioseschleimhaut wächst nicht weiter, aber schwanger können Sie so auch nicht werden. Soweit die momentan gängigen Therapievorstellungen.

Als Endometriose bezeichnet man das Vorkommen von Zellverbänden der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutterhöhle. Endometriose kommt laut Literatur bei zwei bis zwanzig Prozent aller Frauen im fruchtbaren Alter vor. Das Ausmaß der Erkrankung steht in keinem Zusammenhang zu dem Grad möglicher Beschwerden.

Die Endometriose gehört leider zu jenen Erkrankungen, bei denen aus der Sicht der funktionellen Medizin das Symptom mit der Ursache verwechselt wird. Man könnte diese Verhaltensweise damit vergleichen, dass der Autofahrer das rot blinkende Ölstandslämpchen für das fehlende Öl verantwortlich macht.

Studien von Prof. Leyendecker, Darmstadt, belegten, dass feingeweblich in Endometrioseherden nicht nur Gebärmutterschleimhaut, sondern auch Gebärmuttermuskulatur zu finden ist. Es handelt sich bei den Endometrioseherden um "Minigebärmütterchen" mit denen der Körper versucht, ähnlich dem Johannistrieb der Pflanzen, in einer panischen Notsituation seine Fruchtbarkeit zu erhöhen.

Häufig sind es existentielle Einbrüche in der Vergangenheit, die zur Entwicklung einer Endometriose führen: Tod oder Enttäuschung in früheren Partnerschaften, Arbeitslosigkeit, Missbrauch, Scheidung der Eltern, Verlust von Bezugspersonen und anderem.

Die Folge ist eine Schutzreaktion des Körpers, die zu einer Erhöhung der Muskelspannung und Verminderung der Durchblutung im Bereich des Unterbauches führt. Die Folgen sind kalte Füße und kalte Hände, verstärkter Ausfluss, Wundsein der Scheide, Schmerzen bei der Periode, das Gefühl im Unterbauch eine Kugel mit sich herum zu schleppen, Schmerzen beim Eisprung, beim Verkehr, Reizblase, unregelmäßige, verstärkte oder verkürzte Periode, tiefe Kreuzschmerzen und noch etliche andere Beschwerden. Begleitet werden diese körperlichen Beschwerden von existentiellen Ängsten wie Zukunftsängsten, Entscheidungsängsten und Bindungsängsten.

Diese unterbewussten Ängste sind es, die den Körper bei einem Teil der Kinderwunsch- und Periodenschmerzpatienten zur Ausbildung einer Endometriose veranlassen, da der geeignete Ort zum Ausbrüten einer Schwangerschaft instinktbedingt verriegelt ist. Die Natur kämpft sozusagen gegen den Instinkt an.

Was ist zu tun?

Große Endometriosezysten (Schokoladenzysten) sollten auf jeden Fall entfernt werden, um ein Platzen dieser Blasen und damit die Ausbreitung im Bauchraum zu vermeiden. Aber das ist noch keine Therapie, die an die Ursache der Erkrankung geht.

Die Therapie ist relativ einfach und setzt bei folgenden Beschwerden an:

Kinderwunsch und Endometriosepatienten weisen ein auffällig starres kleines Becken auf. Die Kreuzbeingelenke und die Schambeinfuge sind blockiert, das heißt in der Bewegung massiv eingeschränkt. Die glatte Muskulatur der Gebärmutter ist angespannt, die Gebärmutterschleimhaut schlecht durchblutet - befruchtete Eier können, falls es überhaupt zum Eisprung kommt, sich hier nicht einnisten. Die runden Mutterbänder zurren die Gebärmutter im kleinen Becken dermaßen fest, dass diese dem männlichen Glied beim Verkehr nicht mehr ausweichen kann und der Verkehr zur schmerzhaften Tortur wird.

Sinnvoll ist es nun, diese verhärteten Strukturen sanft zu lösen. Die geschieht zum Einen dadurch, dass man die vegetativen Steuerungszentren im kleinen Becken, den sogenannten Plexus hypogasticus und den Plexus pelvicus, "defragmentiert". Das heißt, man entfernt den in diesen vegetativen Speicherplätzen gelagerten "instinktiven Datenschrott" über einen Natrium-Kalium- Ausgleich mit Neuraltherapie. Gleichzeitig werden osteopathische und massiv entspannende Therapiemaßnahmen im Becken-, Brust- und im Kopfbereich angewendet.

In der Regel reichen fünf bis sieben dieser Therapien aus, um zwei Monate nach Beendigung der Therapie eine normale Funktion der vegetativen Steuerung zu erreichen. Diese Normalisierung führt bei einem hohen Prozentsatz aller Frauen zur Beschwerdefreiheit, zum Verlust der oben genannten Ängste und zu einer guten Chance, jetzt schwanger werden zu können.