leitender Arzt
Dr. med. Winfried Weber
Naturheilverfahren Umweltmedizin Frauenheilkunde Selbstzahler- und Privatärztliche Praxis

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64283 Darmstadt

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Unerfüllter Kinderwunsch und Stress - eine unverträgliche Konstellation

 

 

 Die Zeit läuft davon, die biologische Uhr tickt. Jetzt muss es klappen. Alle Bekannten in meinem Umfeld sind schwanger geworden. Warum nicht ich? Das ist nicht gerecht. Womit habe ich das verdient? Schau dir die Leute an, die keine Kinder wollen, die werden schon beim Hingucken schwanger.

Mit solchen Denkweisen betreiben Frauen mit Kinderwunsch eine ziemlich sichere Verhütung. Sie bringen sich damit in eine außerordentliche Drucksituation. In diesem Stress schütten sie Stresshormone aus.

Eines dieser Hormone hemmt den Eisprung. Es handelt sich um das in der Hypophyse gebildete Prolaktin. Es ist genau das Hormon, welches die Milchbildung in der Stillperiode bewirkt und welches die Frau, während sie stillt, vor einer weiteren Schwangerschaft bewahrt. Eine Prolaktinerhöhung wird häufig von Brutspannung und Wassereinlagerung vor der Periode begleitet.

Prolaktin wird aber auch in Notsituationen vermehrt gebildet, und zwar in den Situationen in denen eine Schwangerschaft nicht angeraten wäre. In Zeiten der Flucht, des Krieges oder der Arbeitslosigkeit. Bedingung hierfür ist jedoch, dass die betreffende Frau die Situation als Notlage empfindet. Und hier liegt der springende Punkt. Entscheidend für die Prolaktinausschüttung ist nicht das eigentliche Dilemma, in dem sich der Mensch befindet, sondern das was diese Situation in dem Menschen bewirkt.

Was sind Notsituationen in der heutigen Zeit?

In der Regel sind es Situationen, denen man hilflos gegenüber steht, die man ändern müsste, aber nicht kann. Arbeitslosigkeit, Mobbing, Überlastung im Beruf. Manchmal sind es aber auch belastende Personen, gegen die es keinen Sinn hat sich zu wehren: der cholerische Arbeitgeber, der immer nörgelnde Ehemann, die autoritäre Schwiegermutter, die demente, pflegebedürftige Mutter usw..

Unerfüllter Kinderwunsch selbst ist eine Notlage, aber auch eine existentielle Bedrohung. Die Fortpflanzung und der Bestand der eigenen Familie sind in Frage gestellt. In solchen Fällen greift der Körper auf instinktive Verhaltensmuster zurück. Es entsteht ein Teufelskreis. In diesen Fällen wird die Durchblutung des Unterbauchs reduziert und die Muskelspannung in diesem Bereich erhöht. Kalte Füße und Reizblase sind die Folge. Ein möglicherweise eingenisteter Embryo wird aufgrund der schlechten Durchblutung der Gebärmutter nicht ausreichend versorgt und geht zwischen der sechsten und neunten Schwangerschaftswoche ab.

Was ist zu tun?

Stressreaktionen aktivieren instinktive Schutzmechanismen, in unserem Fall eine Einschränkung der Unterbauchdurchblutung und eine Zunahme der Prolaktinproduktion. Diese Schutzmechanismen haben sich in der Vergangenheit in unserem Leben zur Umgehung bedrohlicher Situationen bewährt und wurden als wesentliche Bestandteile in unser alltägliches Verhalten integriert. Das bedeutet aber, dass diese Mechanismen auch bei Minimalbedrohungen Anwendung finden, in Situationen also, in denen diese Mechanismen gar nicht notwendig und zweckmäßig sind. Sie kosten Energie, stören Körperfunktionen und führen langfristig zur Minderversorgung von Geweben und damit zu Krankheiten.

Gesteuert werden diese instinktiven und unbewussten Verhaltensweisen über vegetative Nervenstrukturen, sogenannte Plexus. Die einfache medizinische Antwort auf diese Reaktionen ist eine „Reset“ dieser Strukturen, das heißt ein Zurückfahren zur Norm. Dies geschieht mit einer Kombinationstherapie aus Osteopathie, Neuraltherapie, Craniosacraltherapie und Akupunktur.

An erster Stelle steht die Behandlung der Hirnanhangsdrüse, die als übergeordnete Drüse, die Stresshormonbildung und Ausschüttung im gesamten Körper koordiniert. Andere Strukturen werden im Bereich der Brustwirbelsäule und dem kleinen Becken therapiert. Unter der Therapie kann es relativ schnell zur Schwangerschaft kommen.

Erfahrungsgemäß ist es jedoch wichtig, bevor gezielt eine Schwangerschaft angestrebt wird, nach der Therapie (fünf bis sieben Behandlungen in wöchentlichem Abstand), dem Körper eine Anpassungs- und Umstellungszeit von zwei Monaten einzuräumen. In dieser Zeit verbessert sich die Durchblutung des Unterbauchs und die Muskelspannung der glatten Muskulatur wird deutlich reduziert. Einer unbeschwerten Schwangerschaft steht dann nichts mehr im Wege.